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Piperin und Bioverfügbarkeit: Schwarzer Pfeffer als Substanzverstärker
03.05.2016 12:03

Jeder kennt ihn und manch ein Gewürzfan kann davon in seiner Mahlzeit gar nicht genug bekommen: Pfeffer!

 

Oder um es ein wenig spezifischer auszudrücken: Schwarzer Pfeffer (auch bekannt als Piper Nigrum).

Okay ich gebe zu: Schwarzer Pfeffer klingt vielleicht erst einmal ein wenig unspektakulär und eines Artikels gar nicht würdig, doch ihr würdet mit den Ohren wackeln, wenn ihr wüsstest zu was das bekömmliche Gewürz so alles in der Lage ist – Effekte, die dafür Sorge tragen, dass Pfeffer (oder vielmehr ein darin enthaltenes Alkaloid namens Piperin) zu Recht einen Platz im Olymp der Nahrungsergänzungsmittel erhält. Doch bevor wir uns dem widmen, folgen noch ein paar klärende Worte zum scharf schmeckenden Gewürz.

 

Das Körnchen Wahrheit: Gepfefferte Fakten

Was wir heute in jedem Supermarkt ohne große Mühen für wenig Geld kaufen können, war noch vor wenigen hundert Jahren sein Gewicht in Gold wert (und vor allem nicht ganz so leicht zu bekommen). Seltene Gewürze waren sogar derart heiß begehrt, dass man sie vielerorts als eigene „Währung“ ansah und damit regen Tauschhandel betrieb.

Kaum zu glauben: Elementare Gewürze, darunter Salz und Pfeffer, galten seinerzeit als echte „Luxusgüter“ und das obwohl sie heute kaum noch von unserem Speisetisch wegzudenken sind.

 

Die vielleicht bekannteste Sorte ist der traditionelle schwarze Pfeffer aus Südostasien, doch es gibt darüber hinaus auch noch grünen, weißen, roten/orangenen und pinken Pfeffer – wobei der kleine aber feine Unterschied im Reifegrad der „Pfefferfrüchte“ besteht.

 

Seinen scharf-pikanten Geschmack erhalten die Pfefferkörner maßgeblich durch eine bestimmte, darin enthaltene, Substanz (konkret: Alkaloid), die wir als „Piperin“ bezeichnen. Der Piperinanteil in schwarzem Pfeffer liegt üblicherweise irgendwo zwischen 4,6 – 9,7 %, wobei weißer Pfeffer über einen höheren Anteil davon verfügt, als schwarzer Pfeffer. Vom Schärfegrad kommt Piperin jedoch bei weitem nicht an seinen nahen Verwandten, das in Chilis enthaltene Capsaicin, heran.

 

Nennenswerte bioaktive Bestandteile des schwarzen Pfeffers sind – neben Piperin – Pellitorine, Guineesine, Pipnoohine, Trichostachine und Piperonal (für die Substanzen gibt es bis dato keine deutsche Bezeichnung).

 

Damit die Wirkstoffe im Pfeffer erhalten bleiben, ist es von immenser Wichtigkeit, dass das Gewürz luftdicht, trocken, kühl und vor allem dunkel gelagert wird – eine zu lange Lichtexposition (schon ab 350 nm) sorgt dafür, dass das Piperin in das (nahezu geschmacklose) Isochavicine umgewandelt wird.

 

Diese Information solltet ihr dringend im Hinterkopf behalten, wenn es nachher darum geht das hier erarbeitete Wissen in die Praxis umzusetzen, denn sofern ihr euch nicht mit einem Schwarzer Pfeffer Extrakt (Piperine-Extrakt) eindeckt, lässt sich die Wirkung am ehesten nachahmen, wenn man frischen Pfeffer verwendet, der erst kurz vor dem Einsatz gemahlen und eingenommen wird! (Dazu kann eine handliche, hochwertige Gewürzmühle schon einmal nicht verkehrt sein!)

 

Es ist nun bekanntlich nicht unüblich, dass man fernöstlichen Kräutern und Gewürzen ein breites Spektrum an positiven Eigenschaften zusagt und dies ist beim Pfeffer natürlich nicht anders. Und so wird das Gewürz schon seit vielen Jahrhunderten und Jahrtausenden bei Magenbeschwerden, Verstopfung/Durchfall, Bronchitis, Schlaflosigkeit, Malaria und Cholera (und als Schmerzmittel) verabreicht.

 

 

Schwarzer Pfeffer besitzt anti-oxidative und anti-mikrobielle sowie anti-bakterielle Eigenschaften.

 

 

Die Leber entscheidet salopp gesprochen darüber, ob eine bestimmte Substanz, die dort aufschlägt, in den Organismus gelangt und dort wirkt oder aber über die Niere herausgefiltert und mit dem Urin ausgeschieden wird.

 

Dies geschieht ganz einfach dadurch, dass der entsprechenden Substanz Glucuronsäure angehängt („markiert“) wird – aus diesem Grund nennt man diesen Prozess auch „Glucuronidierung“.

 

Natürlich hat das Ganze seinen Sinn und Zweck, denn es erlaubt dem Körper eine gewisse Regulation des Stoffwechsels, indem ein gewisse Level von spezifischen Komponenten, etwa Supplementbestandteile („nutritional“) und Drogen („pharmacological“), nicht überschritten wird.

 

Dies kann zum Beispiel dazu führen, dass nur die Hälfte oder nur ein Viertel eines bestimmten Supplements wirklich dort ankommt, wo es eigentlich hin soll. Es kann aber auch bedeuten, dass rein gar nichts von dem Produkt dort ankommt, weil einfach alles vorher herausgefiltert wird.

 

Dieser Sachverhalt an sich ist noch neutral zu bewerten, denn es könnte eine positive Wirkung haben (etwa um den Körper zu einem hohen Pegel einer bestimmten medizinischen Wirksubstanz zu verhindern) oder eine negative Wirkung entfalten (weil es z.B. ein Supplement total nutzlos macht).

 

Und hier ist das Faszinierende: Piperin senkt die Glucuronidierung hemmt Enzyme, die dafür zuständig sind,  dass bestimmte Moleküle neutralisiert/herausgefiltert werden und verbessert so die Aufnahme von bioaktiven Substanzen (und verstärkt damit ihre Wirkung) – oder anders gesagt: Piperin steigert die Bioverfügbarkeit!

 

Noch einmal: Dies kann negativ sein, wenn ihr raucht, drogen- und alkoholabhängig seid und euren die ganze Zeit mit Giftmüll vollstopft, doch eine kleine, akute Gabe von 10-20 mg (!) zusammen mit eurem Kaffee, EGCG, Zimt oder Booster oder Fatburner kann wahre Wunder wirken, wenn es um die Potenzierung der Wirkung geht.

 

Piperin wird häufig in Kombination mit Kurkumin, einem sehr potenten Antioxidans, eingenommen, was nachweislich zu einer Steigerung der Bioverfügbarkeit um bis zu 2000% führen kann (kein Tippfehler!) Daneben scheint Piperin auch die Transitionsrate der Nahrung zu verzögern, was in sich schon das Potential zu einer effizienteren Aufnahme von Nährstoffen bietet.

 

 

Badmaev und Kollegen zeigten in ihrem 21-tägigen Experiment, dass 5 mg Piperin in der Lage waren die Plasmakonzentration einer Co-Enzym Q10 Supplementation anzuheben (um bis zu 30 %) [3]. (Q10 ist wichtig für die Herz-Kreislauf-Gesundheit)

 

 

Wightman und Kollegen demonstrierten darüber hinaus, dass Piperin und Resveratrol (das Zeug, was anscheinend das Leben verlängert und sich in Wein findet) eine potente Kombi darstellt und die kognitiven Fähigkeiten – infolge einer besseren Durchblutung des Gehirns – steigern kann. (Hierzu verwendete man 250mg Trans-Resveratrol und 20mg Piperin)

 

 

Euer Manfred Harlos

 

Präventolife, HP i.A.

 

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