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Probiotika: Flora et labora

 

Seit Jahren versprechen Marketing-Experten aus der Lebensmittelbranche Darmgesundheit mit probiotischen Joghurt-Kulturen. Eine neue Generation von Probiotika scheint noch viel mehr zu können: Sie verdrängen pathogene Antibiotika-resistente Keime aus dem Verdauungstrakt.

 

Einheimische Bakterien aus dem Darm scheinen wahre Alleskönner zu sein. Neben Verdauungsaufgaben beeinflussen sie das Immunsystem und zahlreiche Stoffwechselprozesse ihres Wirts. Wer aber unerwünschte Eindringlinge in den Verdauungstrakt mit Antibiotika bekämpft, erreicht damit oft genau das Gegenteil des gewünschten Effekts. Nützliche Darmbewohner fallen dem Bakteriengift zum Opfer und pathogene resistente Angreifer haben eine Chance, sich dort breit zu machen. Was also tun? Gibt es möglicherweise eine Alternative zum Einsatz von Antibiotika?
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Next-Generation-Probiotika

 

Mit immer besserer Kenntnis des menschlichen Mikrobioms könnte sich eine solche Alternative auftun. Füllt man die entstandene Lücke nach einer Antibiotika-Behandlung wieder mit der entsprechenden Bakterienflora auf, restauriert man nicht bloß ein gesundes Verdauungsklima, sondern macht es damit auch pathogenen Zuwanderern sehr viel schwerer, sich dort niederzulassen. Mit den früher beworbenen Lebendkulturen aus dem Kühlregal haben diese neu entdeckten potenten Darmbewohner nicht mehr viel zu tun. Die „Next-Generation-Probiotika“ sind sehr viel effektiver und könnten damit auch in der Klinik zur Waffe gegen multiresistente pathogene Keime werden.

So sehr Antibiotika eine entscheidende Rolle in der Abwehr dieser Bakterien spielen, so bergen sie durch ihre Wirkung auf die normale Flora große Risiken. Einer kürzlich veröffentlichten Studie von Brett Finlay und seinen Kollegen aus dem kanadischen Vancouver zufolge erkranken Kinder eher an Asthma, wenn ihre Darmmikroben-Gesellschaft in den ersten 100 Tagen ihres Lebens gestört ist. Ein Angriffsziel vieler Antibiotika sind auch obligat anaerobe Bakterien des Verdauungstrakts, eine Erkenntnis, die schon über fünfzig Jahre alt ist. Vibrio cholerae oder Salmonella typhimurium haben danach leichteres Spiel. Besonders bei Patienten mit einer Knochenmarktransplantation ermöglicht das Antibiotikum auf dieses Weise die Dominanz von VRE (Vancomycin-resistente Enterokokken) im Darm, die wiederum mit einem erhöhten Risiko einer Bakterämie assoziiert ist.

Türsteher verhindern den unbefugten Eintritt

 

Eine Fäkaltransplantation von antibiotika-naiven Mäusen mit gesundem Mikrobiom in Tiere, deren Darm mit VRE und Klebsiella pneumoniae besiedelt war, veränderte die Darmflora entscheidend. Damit konnten die pathogenen Bakteriengesellschaften aus dem Darm vertrieben werden. Wie effektiv diese sogenannte Kolonisationsresistenz ist, hängt derzeit noch stark vom Design der entsprechenden Studie ab. In den letzten zwei Jahren erschienen jedoch mehrere Berichte, dass auch beim Menschen verschiedene Spezies der gesunden Darmflora die Besiedlung von VRE und pathogenen Escherichia coli-Spezies verhindern. Wichtige Stütze dieser Kolonisationsresistenz scheinen Bakterien der Gattung Barnesiella zu sein.

Schon vor 30 Jahren zeigten Wissenschafter, dass ein Cocktail von zehn Arten der gesunden Darmflora, inklusive obligat anaerober Arten, Infektionen mit dem gefürchteten Schädling Clostridium difficile kurieren kann. Zu diesen Türstehern des Darms, die wohl allein durch ihre Anwesenheit für pathogene Keime abschreckend wirken, gehört auch Clostridium scindens. Als einer von wenigen Bakterienarten kann die Mikrobe primäre Gallensalze in sekundäre umwandeln, eine Fähigkeit, die eng mit einem Schutz gegen Clostridium difficile verbunden ist. Ein anderer Mechanismus dieser Kolonisationsresistenz könnte die Verstoffwechslung von Sialinsäuren sein – eine beliebte Energiequelle für Cl. difficile und andere unerwünschte Erreger.

 

[Mechanismus Kolonisationsresistenz]

Antibiotika verdrängen kommensale Bakterienspezies aus dem Darm und schwächen die Abwehr gegen Pathogene © Pamer et al. / Science (2016)

Zusammenarbeit mit dem Immunsystem

Kommensale anaerober Darmbakterien produzieren kurzkettige Säuren wie Essigsäure, Buttersäure oder Propionsäure, die zusammen mit dem Laktat der Milchsäurebakterien ein Milieu schaffen, das es für Eindringlinge noch schwerer macht, dort Fuß zu fassen. Eine weitere Waffe Darm-einheimischer Siedler sind direkte antibakterielle Faktoren wie beispielsweise RegIIIγ. Dieses Lektin tötet gezielt grampositive Bakterien wie VRE. Damit behauptet etwa Bacteroides thetaiotaomicron seinen Stammplatz im Verdauungstrakt. Bacteroides thuringiensis wiederum produziert ein Gift gegen sporenbildende Bakterien wie etwa Clostridium difficile oder Bacilli. Auch indirekte Aktionen führen zum Kolonisationsresistenz-Erfolg: Segmentierte filamentöse Bakterien stehen in engem Kontakt mit dem intestinalen Darmepithel und sorgen dort für für eine Verstärkung der Immunabwehr mittels IgA oder lassen dort antimikrobielle Peptide gegen die mögliche Konkurrenz von außen produzieren.

Insgesamt, so haben Experimente gezeigt, läßt sich die Kolonisation unerwünschter Keime durch den Transfer von Darmkommensalen ziemlich gut verhindern. Die Daten deuten auf eine Reduktion pathogener Spezies um sechs Zehnerpotenzen hin, das entspricht der Wirkung sehr starker Vakzine. Auch wenn die jetzt neu identifizierten Bakterienspezies mit starker Kolonisationsresistenz nur einen relativ kleinen Anteil der gesamten Gesellschaft im Darm ausmachen, scheinen sie doch wesentlich effektiver zu sein als die mit großem Marketingaufwand beworbenen Zusätze zu Molkereiprodukten. Die zunehmende Anzahl aussagekräftiger Studien liefert hier wohl bald noch weiteres Beweismaterial.

Logistische und regulatorische Probleme

Die Herausforderung bei der Regeneration der Antibiotika-unterwanderten Darmgesellschaft liegt aber hier in der Umsetzung der Forschung in die Praxis. Aneraobe Bakterien lassen sich nicht einfach mit Lebensmitteln mischen. Auch die Zucht stellt schon wesentlich höhere Anforderungen. Eine Stuhltransplantation von gesunden Spendern nach jedem Antibiotikaeinsatz scheint auch nicht das geeignete Mittel zu sein. Eingehend studiert ist diese relativ neue Therapieoption im humanen Bereich bisher nur bei Infektionen mit Clostridium difficile. Möglicherweise gelingt es aber auch, die entsprechenden Kulturen so zu verpacken, dass sie oral eingenommen werden können und die Passage durch den Magen und den oberen Verdauungstrakt überstehen.

Völlig ungeklärt ist auch, wie eine solche Darmflora-Regeneration reguliert werden soll. Sind die Darmkommensalen mit den jetzt schon kommerziell recht erfolgreichen Probiotika oder auch mit Nahrungszusatzstoffe zu vergleichen, die bis auf den Wahrheitsgehalt ihrer Versprechungen kaum auf ihre Wirkung überprüft werden? Auch homöopathische Wirkstoffe werden – obwohl als Heilmittel betrachtet – kaum überwacht. Studien werden auch berücksichtigen müssen, ob eine solche Kolonisationsresistenz durch Darmkommensalen aus der Zucht eher präventiv oder therapeutisch beabsichtigt ist. Als „normale Darmbewohner“ sind von diesen Gesellen zunächst einmal nur wenig schwerwiegende Nebenwirkungen zu erwarten. Dennoch sind die Veränderungen der Darmflora auf lange Sicht bisher kaum untersucht.

500 Millionen Dollar gibt die US-Regierung aus, um das menschliche Mikrobiom und die Folgen einer Veränderung seiner Zusammensetzung kennenzulernen. „Wir brauchen die Möglichkeit dysfunktionale Mikrobiome zu verändern,“ so Jo Handelsman, Wissenschaftsdirektorin im Weißen Haus, „und wir wollen sie wieder einsatzfähig machen.“ Ein Werkzeug, dass die stumpfe Waffe viel zu oft eingesetzter Antibiotika ablöst und die Rüstung resistent gewordener pathogener Keime durchdringt, wäre ein knappes Jahrhundert nach der Entdeckung des Penicillins ein großer Schritt nach vorne im Kampf gegen infektiöse Krankheiten.

 

 

Euer Manfred Harlos

 

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Die Blasenentzündung: Ein brennendes Problem

 

Harndrang, lästiges Ziehen im Unterleib, Brennen und starke Schmerzen beim Wasserlassen: Viele Frauen werden von Blasenentzündungen geplagt. Behandelt wird die Erkrankung häufig mit Antibiotika. Nicht selten beginnt dann ein Kreislauf rezidivierender Infektionen. Oft vernachlässigt wird dabei die Rolle der Darm- und Vaginalflora.
Eine akute Infektion der unteren Harnwege (Zystitis/Urethritis) ist eine typische Frauenerkrankung. Etwa die Hälfte aller Frauen hat mindestens einmal im Leben mit einem Harnwegsinfekt zu tun. In den meisten Fällen sind jüngere, sexuell aktive Frauen, aber auch solche über 75 Jahre betroffen. Zum großen Leidwesen der Betroffenen kehren die Infektionen bei rund 20 Prozent immer wieder zurück
Die Symptome sind eindeutig: Starker und fast unerträglicher Harndrang, Entleerungsstörungen und Schmerzen beim Wasserlassen sowie weißlich trüber Urin. Die Miktion kann begleitet sein von Krämpfen oder einem Ziehen im Unterbauch.
Das Spektrum der Harnwegsentzündungen reicht von einer ungefährlichen unkomplizierten Harnblasenentzündung bis hin zur Nierenbeckenentzündung, die als Komplikation eine bedrohliche Blutvergiftung nach sich ziehen kann. Bei mehr als drei Blasenentzündungen im Jahr muss geprüft werden, ob Anomalien der Harnwege vorliegen.
Warum sind Frauen häufiger betroffen als Männer?
Die Gründe sind u.a. anatomischer Natur: Die weibliche Harnröhre ist ca. 4 cm kürzer als die männliche. Keime können deshalb schneller in die Blase gelangen und dort die Schleimhaut entzünden. Von Nachteil ist auch die unmittelbare Nähe von Harnröhre, Vagina- und Darmöffnung. So können z.B. Kolibakterien aus dem Darm leicht in die Harnröhre wandern. Auch Geschlechtsverkehr kann eine Blasenentzündung verursachen. Frauen sind zudem während der Schwangerschaft oder im Klimakterium anfällig für Blasenentzündungen. Aber auch eine Antibiotikatherapie verändert die Darm- und Vaginalflora und kann das Aufsteigen der Bakterien begünstigen.
Wenn Männer oder Kinder betroffen sind
Männer leiden nur selten unter Blasenentzündungen. Bei älteren Männern kann eine Harnwegsentzündung auftreten, wenn der Harn aufgrund einer vergrößerten Prostata nur schwer abfließen kann. Bakterien nisten sich dann gerne im Restharn ein. Bei Kindern mit Harnwegsinfekten liegen häufig anatomische oder funktionelle Anomalitäten mit Harnabflussstörungen vor.
Auslöser: Escherichia coli
Rund 80 Prozent aller Blasenentzündungen werden durch Bakterien der Art Escherichia coli ausgelöst. Sie gelangen aus der Darmflora in die Harnwege. Aber auch Staphylokokken und Enterobakterien können die Ursache sein. Es muss auch an Chlamydien-, Mykoplasmenbakterien, Tuberkulose, Parasiten oder Pilze als Erreger von Harnwegsentzündungen gedacht werden.
Weg mit den Keimen!
Ziel der Therapie ist die Elimination des Keims aus den ableitenden Harnwegen. Es zeigt sich, dass 30-50 % aller unteren Harnwegsinfekte innerhalb einer Woche spontan ausheilen. Daher sollte nicht gleich mit einem Antibiotikum behandelt, sondern bei unkomplizierten Fällen in den ersten Tagen möglichst erst einmal abgewartet werden. Folgende Maßnahmen bieten sich an:
Viel Trinken! Mindestens zwei Liter Flüssigkeit pro Tag, um Blase und Harnleiter durchzuspülen und Keime auszuschwemmen. Es eignet sich ungesüßter Blasen-Nieren-Tee.
Regelmäßige und vollständige Entleerung der Blase

Wärme tut meistens gut: Eine Wärmflasche auf dem Unterleib, feuchtwarme Umschläge sowie warme Sitzbäder (Kamille und Heublumen) bringen häufig Linderung.

Bettruhe
Kälte meiden!

Vermeiden von Stuhlverstopfungen, z.B. durch den Verzehr von reichlich Obst und Gemüse sowie Milchprodukten mit probiotischen Bakterienstämmen (Joghurt u.a.).

Pflanzliche Mittel können adjuvant die Nierendurchblutung und die Durchspülung der Harnwege (Diureseanregung) fördern. Sie haben antimikrobielle, aquaretische, spasmolytische oder immunstimmulierende Effekte. Außerdem hemmen sie die bakterielle Adhäsion. Birkenblätter, Goldrutenkraut, Hauhechelwurzel, Brennnesselkraut, Schachtelhalmkraut wirken durchspülend, Bärentraubenblätter, Kapuzinerkresse und Meerrettichwurzel wirken antibakteriell.

Bei rezidivierenden Harnwegsinfekten hat sich Cranberrysaft bewährt. Letzterer hemmt die Adhärenz der Bakterien an der Schleimhaut und fördert die Keimausschwemmung durch den Urin. Verantwortlich für dieses Wirkprinzip sind die im Saft enthaltenen Proanthocyanidine.

Cave: Eine Durchspülungstherapie ist bei Patienten mit Herzinsuffizienz und Nierenerkrankungen kontraindiziert
Zur Vorbeugung rezidivierender Infektionen der unteren Harnwege dienen auch:


Eine angemessene Genitalhygiene. Mangelhafte Hygiene schadet, aber ein zu viel des Guten ebenfalls: Übertriebene Hygiene zerstört die Vaginalflora, deshalb sollten auch keine Intimsprays genutzt werden.

Nach dem Geschlechtsverkehr gleich die Blase entleeren. Geschlechtsverkehr erhöht die Gefahr einer Harnwegsinfektion.

Antibiotikatherapie abfedern
Wenn keine Besserung eintritt und/oder folgende Alarmsignale auftreten, die auf eine aufsteigende Infektion hindeuten, ist eine Antibiotikatherapie angezeigt:


hohes Fieber, Schüttelfrost

Übelkeit und Erbrechen

starkes Krankheitsgefühl, blutiger Urin

Schmerzen in der Nierengegend

extreme Schmerzen und Krämpfe beim Wasserlassen
 

Allerdings sollte in Zeiten steigender Antibiotikaresistenzen und angesichts der bekannten Nebenwirkungen einer Antibiotikatherapie der Einsatz gut abgewogen werden. Häufig wird die Darm- und Vaginalflora durch ein Antibiotikum verändert, was in Folge zu einer Anfälligkeit für neue Infektionen führen kann
Kommt man um eine Antibiotikatherapie nicht herum, gilt es die Nebenwirkungen der Therapie abzupuffern. Hier eignet sich Lactobiogen® femin plus aus dem Hause Laves Arzneimittel hervorragend zur Unterstützung schon während einer Antibiotika- oder Antimykotikatherapie. Der in Lactobiogen® femin plus enthaltende probiotische Stamm Lactobacillus helveticus CNCM I 3676 wird naturgemäß nicht durch Antimykotika geschädigt. Das gilt auch bei Verwendung eines Schmalbandantibiotikums für die meistens bei Urogenitalinfekten verantwortlichen gramnegativen Bakterien wie E. coli., da es sich um ein grampositives Bakterium handelt.
Lactobiogen® femin plus eignet sich darüber hinaus zur Prophylaxe bei rezidivierenden Harnwegsinfekten und Vaginalmykosen. Das Kombinationspräparat aus dem speziellen Probiotikstamm und einem Cranberry-Zimtextrakt trägt dazu bei, die Adhäsion bestimmter E. coli Bakterien an den Schleimhäuten der Harnwege zu reduzieren. Uropathogene E. coli Bakterien können so mit dem Urin ausgespült werden. Außerdem wird durch Zimtextrakt und die probiotischen Bakterien die körpereigene natürliche Abwehr der Vaginalflora gestärkt, indem urogenitale Pathogene gehemmt werden, die für Vaginalmykosen (Candida) verantwortlich sind.

 

 

Euer Manfred Harlos

 

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RAUCHEN VERÄNDERT DIE MUNDFLORA

 

Wer regelmäßig raucht, hat eine andere Mundflora als Nichtraucher. Zu diesem Ergebnis kamen US-Forscher. Ihre Untersuchung zeigt, dass Rauchen das Wachstum von mehr als 150 Bakterienarten fördert und das Wachstum von 70 weiteren Bakterienstämmen stark einschränkt. Das könnte z. B. zu mehr Karies führen. Die Forscher befürchten aber auch, dass das Risiko für Krankheiten im Mund- und Rachenraum oder sogar im Darm dadurch erhöht werden könnte.

Es gibt vermehrte Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen einer gestörten Darmflora und Immunerkrankungen wie Morbus Crohn oder einigen Darmkrebsarten. Experten schätzen, dass rund ein Drittel aller Krebserkrankungen des Mundraums durch Rauchen verursacht wird. Offen ist noch, ob eine durch Rauchen veränderte Mundflora dieses Krebsrisiko erhöht. Die aktuelle Studie konnte nun zumindest erstmals zeigen, dass Rauchen zumindest einen Einfluss auf die Zusammensetzung der Bakterienzusammensetzung im Mundraum hat.

Das Wissenschaftlerteam aus den USA hatte die Zusammensetzung der fast 600 verschiedenen Bakterienarten in der Mundhöhle von Rauchern (112), ehemaligen Rauchern (571, davon 17 %, die innerhalb der letzten 10 Jahre aufgehört hatten) und Nichtrauchern (521) analysiert. Insgesamt hatten sie Proben von rund 1.200 männlichen und weiblichen US-Amerikanern über 50 Jahre ausgewertet. Die Probanden hatten ursprünglich an einer Studie zum Krebsrisiko teilgenommen.

Weniger Proteobakterien-Spezies und mehr Streptokokken
Die Forscher nutzten für ihre Auswertungen genetische Tests und statistische Analysen, um die vielen unterschiedlichen Bakterien im Mundraum zu unterscheiden. Das Team stellte so fest, dass bei Rauchern weniger Proteobakterien in der Mundhöhle zu finden waren als bei den Nichtrauchern. Diese sind u. a. am Abbau giftiger Stoffe beteiligt. Außerdem fanden sie bei den Rauchern 10 % mehr Streptokokken, die mit der Entstehung von Karies in Verbindung gebracht werden.

Unklar ist bisher, welche Konsequenzen die festgestellten Veränderungen des Mundmikrobioms bei Rauchern haben. Die Ergebnisse könnten darauf hinweisen, dass die beobachteten Veränderungen auch andere Krankheiten im Mund- und Rachenraum oder in anderen Körperregionen nach sich ziehen. Denkbar sei, dass die Abwehr des Körpers gegenüber krebserregenden Stoffen der Zigaretten geschwächt würde. Das müsse aber erst in weiteren Studien betrachtet werden.

Rauchstopp: Bakterien-Zusammensetzung regeneriert sich
Die gute Nachricht: Die Bakterien-Zusammensetzung erholt sich offenbar nach einem Rauchstopp. So hatten jene Probanden, die das Rauchen mindestens zehn Jahre zuvor aufgegeben hatten, die gleiche Bakterien-Zusammensetzung wie die Studienteilnehmern, die noch nie geraucht hatten. Noch ist nicht bekannt, wie lange die Mundflora benötigt, um sich wieder auf den Normalzustand einzupendeln. Die Forscher planen deshalb weitere Studien, um dieser Frage nachzugehen.

Quelle:
Jing Wu, Brandilyn A Peters, Christine Dominianni et al.: Cigarette smoking and the oral microbiome in a large study of American adults. The ISME Journal, 2016; DOI:10.1038/ismej.2016.37

 

 

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Vom Juckreiz durch Sperma über liebestötendes Parfum bis zum erigierten Unterarm: Allergien können das Sexleben gehörig durcheinanderbringen.

 

 

KÖLN. Der Genuss von Mozarts Zauberflöte in der Kölner Oper war für ein neu in Liebe entbranntes Jungseniorenpaar nur von begrenzter Dauer.

 

 

Weil es beim männlichen Part mit bekanntem allergischen Asthma zu Hustenreiz und Atemnot kam, war der Spaß bereits zur Pause vorbei. Das erst zu Hause verfügbare Asthmaspray ließ zwar dann ein intensives Näherkommen zu, zeigte aber nur vorübergehend Wirkung.

Als Ursache will Dr. Norbert Mülleneisen, in Leverkusen niedergelassener Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie, den Inhaltsstoff eines hochpreisigen Parfums ausgemacht haben — nämlich ein Analdrüsensekret der Zibetkatze. "Wulf mag Helga, aber nicht ihr Parfum."

Pricktest mit Komplikationen

Zieht man die Lehren aus einem weiteren von Mülleneisen beim Deutschen Allergiekongress in Köln vorgestellten Fall, sollte man männlichen Patienten nach einem Pricktest möglicherweise den Rat geben, in direkter zeitlicher Folge auf Einnahme von Viagra und Co. lieber zu verzichten.

Beim betreffenden Patienten, zuvor mit nur diskreten punktuellen Rötungen guten Gewissens aus der Praxis entlassen, war es nach späterer Einnahme von Tadalafil sozusagen plangemäß zu einer heftigen Reaktion gekommen — nur an der falschen Stelle, nämlich am Unterarm.

Tatsächlich werden Angioödeme, Hautrötungen und Überempfindlichkeitsreaktionen vom Hersteller als häufige Nebeneffekte dieses PDE-Hemmers angegeben.

Gefährliche Kanarienvögel

Als einem frühpensionierten internistischen Chefarzt im Zuge einer neuen Liebschaft im wahrsten Sinne des Wortes mehr und mehr die Luft wegblieb, hatten Bochumer Arbeitsmediziner um Dr. Ingrid Sander detektivische Feinarbeit zu leisten, bis sie dem Grund des Übels auf die Spur kamen.

Als Täter überführt werden konnten schließlich über Haare, Haut und Kleider übertragene Kanarienvogel-Antigene. Die neue Liebe war die Ex eines Kanarienvogelzüchters, und der Ex-Chefarzt war an einer exogenallergischen Alveolitis erkrankt.

Seminalplasmaallergie

Über eine ungewöhnliche und wohl nicht wirklich praxistaugliche Variante der spezifischen Immuntherapie (SIT) berichtete Professor Knut Brockow von der TU München anhand der Fallgeschichte einer Patientin mit Seminalplasmaallergie.

Bei dieser Erkrankung kommt es wenige Minuten nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr zu einer mit vaginalem Juckreiz und Brennen einhergehenden allergischen Sofortreaktion, die mitunter lebensbedrohliche Züge (Urtikaria, Angioödem, Schock) annehmen kann.

Als Allergen vermutet man ein dem Prostata-spezischen Antigen (PSA) zuzuordnendes Protein.

Hyposensibilisierung möglich

Eine Hyposensibilisierung mit aufgereinigtem PSA erwies sich — so das Ergebnis von bis zum Koitus führenden intravaginalen Provokationsversuchen in steigender Dosierung — zwar als prinzipiell effektiv.

Bisherige Hyposensibilisierungsversuche mit Seminalplasma waren jedoch nicht dauerhaft erfolgreich. Um das immunologische Gedächtnis genügend zu unterstützen, bedürfe es, so Brockow, offenbar einer so hohen Kohabitationsfrequenz, dass sie die Paare auf Dauer überfordert.

 

 

Euer Manfred Harlos

 

Präventologe, HP i.A., Betriebswirt

 

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Obwohl die meisten Entwöhn-Programme einen „kalten Entzug“ von Zigaretten empfehlen, wählen viele Raucher die sanftere Methode der Entwöhnung und reduzieren langsam ihre Nikotin-„Dosis“. Welche Variante ist langfristig erfolgversprechender?

Dieser Frage gingen Wissenschaftler der Universität von Oxford nach. An ihrer Studie nahmen insgesamt 697 erwachsene Raucher teil. Zu Beginn der Studie rauchten alle Probanden mindestens 15 Zigaretten täglich. Bei Studienbeginn wurden die Teilnehmer nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen geteilt. Die eine Gruppe sollte an einem vorab bestimmten Stichtag abrupt mit dem Rauchen aufhören („kalter Entzug“), während die Mitglieder der anderen Gruppen zunächst über einen Zeitraum von zwei Wochen ihren Zigarettenkonsum schrittweise reduzierten, um anschließend am Stichtag das Rauchen ganz einzustellen. Unabhängig von der Gruppenzugehörigkeit wurden alle Teilnehmer professionell unterstützt und erhielten um den Zeitpunkt des vollständigen Verzichts Nikotinersatzprodukte.

Jeweils vier Wochen und sechs Monate nach dem endgültigen Rauchstopp verglichen die Wissenschaftler den Anteil der Probanden jeder Gruppe, die noch abstinent waren. Nach vier Wochen waren noch knapp zwei von fünf Teilnehmern der Gruppe mit gradueller Entwöhnung (39 Prozent) abstinent, in der Gruppe mit dem „kalten Entzug“ hatte dies sogar annähernd jeder zweite Teilnehmer (49 Prozent) geschafft. Fünf Monate später waren die Erfolgsraten deutlich geringer, allerdings war die Methode des „kalten Entzugs“ (22 Prozent der Teilnehmer ohne Rückfall) dem graduellen Entzug (16 Prozent der Teilnehmer ohne Rückfall) nach wie vor deutlich überlegen.

Die Wissenschaftler stellten außerdem fest, dass die Art der Rauchentwöhnung, die die Teilnehmer von sich aus zu Beginn der Studie gewählt hätten (unabhängig von ihrer tatsächlichen Gruppenzugehörigkeit), mit dem Entwöhnungserfolg assoziiert war: Probanden, die von sich aus lieber nach und nach aufgehört hätten, waren vier Wochen nach einer abrupten Entwöhnung seltener abstinent als Probanden, die zu Beginn von einem kalten Entzug überzeugt waren (38 Prozent vs. 52 Prozent). Ein ähnliches Bild zeigte sich auch in der anderen Gruppe mit dem graduellen Entzug. Daher gehen die Wissenschaftler davon aus, dass die Motivation zur Nikotinabstinenz bei Menschen, die lieber schrittweise mit dem Rauchen aufhören möchten als durch einen „kalten Entzug„, geringer ist.

„Diese Ergebnisse legen nahe, dass Leute in der klinischen Praxis dazu angehalten werden sollten, abrupt mit dem Rauchen aufzuhören und nicht nach und nach„, folgern die Autoren, deren Artikel kürzlich in der Fachzeitschrift „Annals of Internal Medicine“ veröffentlich wurde. Programme, die das langsame Aufgeben unterstützen, könnten sich allerdings dann lohnen, wenn sie die Zahl derer erhöhen, die immerhin einen ernsthaften Versuch unternehmen, so die Wissenschaftler weiter. „Wir kommen zu dem Schluss, dass es eine nützliche Möglichkeit sein könnte, auch die langsame Entwöhnung zu unterstützen, damit überhaupt mehr Leute versuchen, mit dem Rauchen aufzuhören. Doch abrupt aufzuhören ist die effizientere Methode – selbst bei denjenigen, die dies eigentlich nicht bevorzugen würden.“

 

 

Euer Manfred Harlos

 

Präventologe

 

 

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http://www.trainer-akademie.com/akademie/bildungsprogramm/fortbildungen/faszien-trainer/

 

Voraussetzungen:
Praktische Erfahrungen als Fitness- und Gesundheitstrainer, Personal Trainer, Mitglied eines Fitnessstudios oder als Vereinssportler sind hilfreich, stellen jedoch keine Bedingung für eine Teilnahme dar.

 

Inhalte:
Die Lehre der Muskulatur ist schon sehr weit fortgeschritten. Ein wichtiger Bestandteil der Muskulatur gewinnt gerade in jüngster Vergangenheit immer mehr an Bedeutung, die Faszien. Die Faszien, allgemein auch unter Bindegewebe zusammengefasst, sind die Brücken, die den Körper zusammenhalten. Sie laufen durch den gesamten Körper und verbinden Muskeln und Organe miteinander. Sie bilden Gleitlager für Muskulatur und Sehnen und sind ein immens wichtiger Faktor für die Kraftübertragung. Durch all diese grundlegenden Funktionen wird es verständlich, dass sie sowohl bei der Schmerzentstehung in Gelenken und Muskeln als auch für die Entwicklung von Schnelligkeit und Kraft eine erhebliche Rolle spielen. Diese Rolle wurde lange Zeit unterschätzt. Kann der Muskel nicht richtig gleiten und wird die Sehne nicht richtig geführt, dann entstehen Reibung und unharmonische Bewegungen, die in letzter Instanz zu Schmerzen und Leistungsminderung führen.

Dieser Kurs vermittelt in zwei Tagen praktisches Wissen zur chinesischen Meridianlehre, aufspüren und lösen von Triggerpunkten, myofasciale Techniken und die absolute Neuheit: Das Anlegen von Kinesiotapes auf bestimmte Meridiane zur Wiederherstellung der alten Leistungsfähigkeit. Zudem beinhaltet diese Fortbildung eine umfangreiche Übungseinheit mit der Blackroll.

Der Faszien Trainer stellt ein Crossover-Treatment dar, dass sich aus drei Methoden die wirksamsten Elemente zieht und sie zu einer neuen, schnell anwendbaren und wirksamen Behandlungsform zusammenführt. Die erlernten Techniken können sofort in die Praxis umgesetzt werden und wirken rehabilitativ, das heißt, sie reduzieren und beseitigen Schmerzen. Präventiv eingesetzt sorgen sie für die Steigerung der Performance und den Schutz vor Verletzungen.

Die Techniken dieses Kurses können eingesetzt werden für:


Blockaden u. Verspannungen der Halswirbelsäule und des Rückens

Kopfschmerzbehandlung

Schulterschmerzen (Impingment und Rotatorenmanschettenprobleme)

Knieschmerzen 

Präventive Behandlung an allen Gelenken, Leistungssteigerung.
 

Zertifikat:

Faszien Trainer

 

Für Ärzte und Heilpraktiker:   Faszien-Rollmassage         www.Liebscher-Bracht.com / Dr. Robert Schleip

 

 

Euer Manfred Harlos

 

Präventologe, HP i.A., Betriebswirt

 

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Jeder kennt ihn und manch ein Gewürzfan kann davon in seiner Mahlzeit gar nicht genug bekommen: Pfeffer!

 

Oder um es ein wenig spezifischer auszudrücken: Schwarzer Pfeffer (auch bekannt als Piper Nigrum).

Okay ich gebe zu: Schwarzer Pfeffer klingt vielleicht erst einmal ein wenig unspektakulär und eines Artikels gar nicht würdig, doch ihr würdet mit den Ohren wackeln, wenn ihr wüsstest zu was das bekömmliche Gewürz so alles in der Lage ist – Effekte, die dafür Sorge tragen, dass Pfeffer (oder vielmehr ein darin enthaltenes Alkaloid namens Piperin) zu Recht einen Platz im Olymp der Nahrungsergänzungsmittel erhält. Doch bevor wir uns dem widmen, folgen noch ein paar klärende Worte zum scharf schmeckenden Gewürz.

 

Das Körnchen Wahrheit: Gepfefferte Fakten

Was wir heute in jedem Supermarkt ohne große Mühen für wenig Geld kaufen können, war noch vor wenigen hundert Jahren sein Gewicht in Gold wert (und vor allem nicht ganz so leicht zu bekommen). Seltene Gewürze waren sogar derart heiß begehrt, dass man sie vielerorts als eigene „Währung“ ansah und damit regen Tauschhandel betrieb.

Kaum zu glauben: Elementare Gewürze, darunter Salz und Pfeffer, galten seinerzeit als echte „Luxusgüter“ und das obwohl sie heute kaum noch von unserem Speisetisch wegzudenken sind.

 

Die vielleicht bekannteste Sorte ist der traditionelle schwarze Pfeffer aus Südostasien, doch es gibt darüber hinaus auch noch grünen, weißen, roten/orangenen und pinken Pfeffer – wobei der kleine aber feine Unterschied im Reifegrad der „Pfefferfrüchte“ besteht.

 

Seinen scharf-pikanten Geschmack erhalten die Pfefferkörner maßgeblich durch eine bestimmte, darin enthaltene, Substanz (konkret: Alkaloid), die wir als „Piperin“ bezeichnen. Der Piperinanteil in schwarzem Pfeffer liegt üblicherweise irgendwo zwischen 4,6 – 9,7 %, wobei weißer Pfeffer über einen höheren Anteil davon verfügt, als schwarzer Pfeffer. Vom Schärfegrad kommt Piperin jedoch bei weitem nicht an seinen nahen Verwandten, das in Chilis enthaltene Capsaicin, heran.

 

Nennenswerte bioaktive Bestandteile des schwarzen Pfeffers sind – neben Piperin – Pellitorine, Guineesine, Pipnoohine, Trichostachine und Piperonal (für die Substanzen gibt es bis dato keine deutsche Bezeichnung).

 

Damit die Wirkstoffe im Pfeffer erhalten bleiben, ist es von immenser Wichtigkeit, dass das Gewürz luftdicht, trocken, kühl und vor allem dunkel gelagert wird – eine zu lange Lichtexposition (schon ab 350 nm) sorgt dafür, dass das Piperin in das (nahezu geschmacklose) Isochavicine umgewandelt wird.

 

Diese Information solltet ihr dringend im Hinterkopf behalten, wenn es nachher darum geht das hier erarbeitete Wissen in die Praxis umzusetzen, denn sofern ihr euch nicht mit einem Schwarzer Pfeffer Extrakt (Piperine-Extrakt) eindeckt, lässt sich die Wirkung am ehesten nachahmen, wenn man frischen Pfeffer verwendet, der erst kurz vor dem Einsatz gemahlen und eingenommen wird! (Dazu kann eine handliche, hochwertige Gewürzmühle schon einmal nicht verkehrt sein!)

 

Es ist nun bekanntlich nicht unüblich, dass man fernöstlichen Kräutern und Gewürzen ein breites Spektrum an positiven Eigenschaften zusagt und dies ist beim Pfeffer natürlich nicht anders. Und so wird das Gewürz schon seit vielen Jahrhunderten und Jahrtausenden bei Magenbeschwerden, Verstopfung/Durchfall, Bronchitis, Schlaflosigkeit, Malaria und Cholera (und als Schmerzmittel) verabreicht.

 

 

Schwarzer Pfeffer besitzt anti-oxidative und anti-mikrobielle sowie anti-bakterielle Eigenschaften.

 

 

Die Leber entscheidet salopp gesprochen darüber, ob eine bestimmte Substanz, die dort aufschlägt, in den Organismus gelangt und dort wirkt oder aber über die Niere herausgefiltert und mit dem Urin ausgeschieden wird.

 

Dies geschieht ganz einfach dadurch, dass der entsprechenden Substanz Glucuronsäure angehängt („markiert“) wird – aus diesem Grund nennt man diesen Prozess auch „Glucuronidierung“.

 

Natürlich hat das Ganze seinen Sinn und Zweck, denn es erlaubt dem Körper eine gewisse Regulation des Stoffwechsels, indem ein gewisse Level von spezifischen Komponenten, etwa Supplementbestandteile („nutritional“) und Drogen („pharmacological“), nicht überschritten wird.

 

Dies kann zum Beispiel dazu führen, dass nur die Hälfte oder nur ein Viertel eines bestimmten Supplements wirklich dort ankommt, wo es eigentlich hin soll. Es kann aber auch bedeuten, dass rein gar nichts von dem Produkt dort ankommt, weil einfach alles vorher herausgefiltert wird.

 

Dieser Sachverhalt an sich ist noch neutral zu bewerten, denn es könnte eine positive Wirkung haben (etwa um den Körper zu einem hohen Pegel einer bestimmten medizinischen Wirksubstanz zu verhindern) oder eine negative Wirkung entfalten (weil es z.B. ein Supplement total nutzlos macht).

 

Und hier ist das Faszinierende: Piperin senkt die Glucuronidierung hemmt Enzyme, die dafür zuständig sind,  dass bestimmte Moleküle neutralisiert/herausgefiltert werden und verbessert so die Aufnahme von bioaktiven Substanzen (und verstärkt damit ihre Wirkung) – oder anders gesagt: Piperin steigert die Bioverfügbarkeit!

 

Noch einmal: Dies kann negativ sein, wenn ihr raucht, drogen- und alkoholabhängig seid und euren die ganze Zeit mit Giftmüll vollstopft, doch eine kleine, akute Gabe von 10-20 mg (!) zusammen mit eurem Kaffee, EGCG, Zimt oder Booster oder Fatburner kann wahre Wunder wirken, wenn es um die Potenzierung der Wirkung geht.

 

Piperin wird häufig in Kombination mit Kurkumin, einem sehr potenten Antioxidans, eingenommen, was nachweislich zu einer Steigerung der Bioverfügbarkeit um bis zu 2000% führen kann (kein Tippfehler!) Daneben scheint Piperin auch die Transitionsrate der Nahrung zu verzögern, was in sich schon das Potential zu einer effizienteren Aufnahme von Nährstoffen bietet.

 

 

Badmaev und Kollegen zeigten in ihrem 21-tägigen Experiment, dass 5 mg Piperin in der Lage waren die Plasmakonzentration einer Co-Enzym Q10 Supplementation anzuheben (um bis zu 30 %) [3]. (Q10 ist wichtig für die Herz-Kreislauf-Gesundheit)

 

 

Wightman und Kollegen demonstrierten darüber hinaus, dass Piperin und Resveratrol (das Zeug, was anscheinend das Leben verlängert und sich in Wein findet) eine potente Kombi darstellt und die kognitiven Fähigkeiten – infolge einer besseren Durchblutung des Gehirns – steigern kann. (Hierzu verwendete man 250mg Trans-Resveratrol und 20mg Piperin)

 

 

Euer Manfred Harlos

 

Präventolife, HP i.A.

 

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WIESBADEN. Die Geschichte von Frederick der Maus beschreibt in einfachen Wort die Kraft positiver Erinnerungen: In der Kindergeschichte des Grafikers und Schriftstellers Leo Lionni sitzt die Feldmaus Frederick den ganzen Sommer scheinbar untätig herum, während die andere Mäuse Vorräte für den Winter sammeln.

Auf die Frage, warum er nicht mithelfe, sagt er nur, er sammle doch auch, und zwar Sonnenstrahlen, die Lieder der Vögel, Wörter und Farben.

In der Psychotherapie bereits genutzt

Schließlich kommt der lange Winter, die Vorräte werden weniger und die Stimmung sinkt auf einen Tiefpunkt. Dann wird Frederick nach seinen Vorräten gefragt.

Er erzählt nun von den vielen Blumen, den Farben des Frühlings, singt die Lieder der Vögel, und den Mäusen wird warm ums Herz: Sie vergessen den Winter und merken gar nicht, wie schnell der Frühling kommt.

Lionni beschreibt mit seiner Geschichte einen simplen antidepressiven Mechanismus, der auch in der Psychotherapie genutzt werden kann: Wer es schafft, positive Erinnerungen zu reaktivieren, kann trübsinnigen Gedanken die Stirn bieten.

Im Tierversuch belegt

Auf der Fortbildungsveranstaltung Psychiatrie Update in Wiesbaden erinnerte Professor Volker Arolt vom Uniklinikum Münster anhand der Geschichte von Frederick, welch mächtiges Werkzeug Therapeuten hier zur Verfügung steht.

Inzwischen können Forscher anhand ausgeklügelter Tierexperimente sogar belegen, wie gut Gedächtnis-Engramme Depressionen bekämpfen und wie dieser Mechanismus funktioniert. Gelungen ist dies - wie könnte es anders sein - mithilfe von Mäusen.

Die moderne Variante von Frederick der Maus wird von japanischen Optogenetikern um den Nobelpreisträger Professor Susumu Tonegawa erzählt (Nature 2015; 522 (7556): 335-339).

Sie implantierten den Tieren einen Schalter gezielt in Neurone, die bei bestimmten positiven Erinnerungen aktiv werden. Der Schalter besteht aus einem Kanalrhodopsin, einem Ionenkanalprotein aus Blaualgen.

LED im Schädel

Bei bestimmten Wellenlängen öffnet sich der Ionenkanal und aktiviert das Neuron. Mit einer LED im Schädel können Forscher die damit bestückten Neurone in Echtzeit an- und ausschalten.

Das Rhodopsin wird über einen viralen Vektor ins Gehirn verfrachtet, ein spezielles System sorgt dafür, dass es nur zu bestimmten Zeitpunkten in die gerade aktiven Neurone eingebaut wird.

Nun suchten die Forscher einen positiven Reiz für die Mäuse. Sie entschieden sich für die Kopulation. Die ist zwar wenig kinderbuchgeeignet, gilt aber als eine der stärksten positiven Ereignisse im Mäuseleben.

Sexuell ausgehungerte Männchen durften sich einige Zeit bei weiblichen Artgenossen austoben, genau in dieser Zeit wurde der Einbau des Rhodopsin-Schalters aktiviert.

Er sollte sich also vorwiegend in den Neuronen finden, die bei sexueller Aktivität beteiligt sind. Zudem wurde der Einbau räumlich auf den Gyrus dentatus begrenzt - letztlich sollten diejenigen Nervenzellen markiert werden, die an der Engrammierung beteiligt sind.

Mehrfache Reaktivierung löscht die Depression

Im nächsten Schritt setzten die Forscher die Mäuse unter chronischen Stress, indem sie die Tiere täglich zwei bis drei Stunden fixierten.

Nach zehn Tagen zeigten sie ein deutliches depressions- und angstähnliches Verhalten. So wirkten sie im Vergleich zu ungestressten Tieren etwa recht apathisch, wenn man sie am Schwanz hochzog.

Schalteten die Forscher nun drei Minuten lang das Licht im Schädel ein, verschwanden die Depressionssymptome völlig.

Nach mehrfachem An- und Ausschalten blieb der antidepressive Effekt sogar dauerhaft bestehen. Die Mäuse waren dann ebenso glücklich wie diejenigen ohne traumatische Erlebnisse, sie zeigten sogar weniger Depressionssymptome als Tiere, die nach dem Immobilisationsstress zu den Weibchen durften.

Der tatsächliche Sex nach dem Trauma wirkte offenbar weniger antidepressiv wie der zuvor positiv engrammierte.

Umgekehrt konnten die Forscher bei Mäusen mit der LED im Kopf auch negative Emotionen aktivieren, und zwar dann, wenn der Rhodopsin-Einbau in den Stressphasen stattfand.

Die Wissenschaftler vermuten, dass es bei wiederholter Reaktivierung der Erinnerung zu neuroplastischen Veränderungen kommt, offenbar wird dabei die Neurogenese im Hippocampus angekurbelt.

Erfolge auch bei Demenz

Man müsse natürlich vorsichtig sein, die Resultate auf Menschen zu übertragen, so Arolt.

Doch würden ähnliche Effekte bei Psychotherapien beobachtet, die auf eine Aktivierung positiver Erinnerungen setzen, etwa bei Strategien zum "mood repair".

Solche werden nicht zuletzt auch bei demenzkranken Menschen verwendet: Hier können Musik und eine vertraute Umgebung positive Erinnerungen triggern und unruhige oder aggressive Menschen wieder etwas beruhigen.

Es könnte sich also lohnen, für dunkle Zeiten genug Sonnenstrahlen zu sammeln.

 

 

Euer Manfred Harlos

 

Präventologe, HP i.A.,Betriebswirt

 

www.praeventolife.de

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Zwei US-amerikanische Mediziner haben beschrieben, wie allergische Reaktionen gegen Cetuximab mit einer Überempfindlichkeit gegen rotes Fleisch zusammenhängen können.

 

CHAPEL HILL / CHARLOTTESVILLE. Ursprünglich waren Scott Commins aus Chapel Hill) und Thomas Platts-Mills aus Charlottesville auf der Suche nach den Ursachen von anaphylaktischen Reaktionen, die nach der Anwendung des gegen den epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor EGFR gerichteten monoklonalen Antikörpers Cetuximab auftraten. Solche Reaktionen waren regional gehäuft in den Südstaaten der USA zu beobachten.

Die beiden Mediziner entdeckten, dass sich die IgE-vermittelten allergischen Prozesse nicht gegen ein Protein-, sondern gegen ein Kohlenhydratepitop richteten, und zwar gegen Galaktose-alpha-1,3-Galaktose (alpha-Gal).

Ein solches Epitop sitzt auf der schweren Kette von Cetuximab. Interessanterweise trat die Anaphylaxie schon bei der ersten Anwendung von Cetuximab auf. Die Sensibilisierung musste also eine andere Ursache haben als den monoklonalen Antikörper selbst.

Symptome nach Fleischmahlzeit

Etwa um die gleiche Zeit, in den Jahren 2006 bis 2008, stießen Commins und Platts-Mills auf eine Gruppe von Patienten, die aus ungeklärter Ursache Episoden von generalisierter Urtikaria, Angioödemen und Anaphylaxie durchgemacht hatten - und zwar im selben geografischen Gebiet, in dem die Reaktionen auf Cetuximab beobachtet worden waren.

Ein unmittelbarer Auslöser war nicht zu eruieren. Die Patienten vermuteten aber, ihre Symptome könnten mit einer Fleischmahlzeit zusammenhängen, die sie einige Stunden zuvor zu sich genommen hatten.

Entsprechende kommerzielle Pricktests erbrachten keine eindeutigen Ergebnisse. Intradermale Tests beziehungsweise Pricktests mit frischem Extrakt aus rotem Fleisch zeigten aber stark positive Resultate.

 In Blutuntersuchungen waren spezifische IgE-Antikörper gegen Rind-, Schweine- und Lammfleisch, aber auch gegen alpha-Gal nachweisbar, was die Ergebnisse der Hauttests bestätigte.

Alle Säugetiere, außer Menschen und Altweltaffen, exprimieren alpha-Gal. Doch zwei Rätsel blieben einstweilen ungelöst: zum einen die geografische Häufung; und zum anderen der Umstand, dass die Reaktionen auf rotes Fleisch erst mit stundenlanger Verzögerung auftraten (im Gegensatz zu der sofortigen Reaktion auf Cetuximab und dem unmittelbaren Ansprechen im Hauttest).

Von "Lone Star Tick" gestochen

Was die Geografie betraf, löste sich das Rätsel, als einer der Forscher, Platts-Mills, bei sich selbst einen erheblichen Anstieg der Spiegel von alpha-Gal-IgE diagnostizierte.

Zuvor war er wiederholt von Schildzecken der Gattung Amblyomma gestochen worden, "Lone Star Tick" (Amblyomma americanum) genannt. Deren Verbreitungsgebiet deckt sich mit den Regionen, in denen die Cetuximab- und die Fleischallergien aufgetreten waren (Allergo J Int 2016; 25: 44-8).

Auf Nachfrage gaben auch mindestens 90 Prozent der betroffenen Patienten an, von Zecken gestochen worden zu sein, bevor sie ihre Fleischallergie entwickelten. Sensibilisierend wirkt vermutlich der Zeckenspeichel.

Die Verzögerung vom Fleischkonsum bis zur allergischen Reaktion erklären sich Commins und Platts-Mills mit der Zeit, die verstreichen muss, bis die allergene Form von alpha-Gal im Blut erscheint.

Ob dies in Form eines Glykolipids geschieht, wie die Forscher annehmen, oder als Glykoprotein, ist erst noch zu klären.

Mit ihren Befunden glauben die Mediziner dreierlei nachweisen zu können:

IgE-Antworten auf ein Karbohydrat können erhebliche allergische Reaktionen hervorrufen.

Zecken können hochtitrige nahrungsspezifische IgE-Reaktionen induzieren, nachdem lange Zeit eine Toleranz gegen diese Nahrungsmittel bestanden hat.

Und schließlich: Bis nach dem Verzehr von Nahrungsmitteln mit alpha-Gal-Epitopen Symptome auftreten, können Stunden vergehen.

 

 

Euer Manfred Harlos

 

Präventologe,HP i.A.,Betriebswirt

 

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